Freitag, 10. Januar 2014

Gedacht: ZU VIEL! Existenzkrise Vol. 1

Dann lag ich also neulich um Mitternacht in meinem Bett und hab' versucht zu schlafen - was mir bis 3:00am unglücklicherweise nicht gelungen ist, da einfach zu viele Gedanken in mir rumgeschwirrt sind.
"Angefangen" hat alles damit, dass ich Silvester in London verbracht hatte, was mal wieder eine super Erfahrung war und mich sehr an das Hostelleben in Australien erinnert hat. War mit zwei Freundinnen dort und wir haben im Hostel sehr viele tolle neue Leute aus aller Welt kennengelernt, Franzosen, Chilener, Italiener und Brasilianer, etc. etc. und irgendwie hab' ich das Gefühl, dass ich nur im Ausland und mit ner anderen Sprache wirklich das Beste oder Glücklichste aus mir rausholen kann. Ich war ja immer eigentlich ziemlich schüchtern, hab mich 'ne Zeit lang nichtmal getraut, Leute auf der Straße nach der Uhrzeit zu fragen, da hat mir Australien schon echt gut getan, und dann konnte ich meine "social skills" eben mal wieder anwenden.
Wie dem auch sei, die Woche in London war super und hat mich ins Grübeln gebracht in dieser Nacht um 12 Uhr. Derzeit habe ich meine erste eigene Wohnung, im Haus meiner Mutter und meines Stiefvaters 'nen festen zweiten Wohnsitz, und wenn ich meine Ausbildung hier in dieser Kleinstadt bestanden haben sollte und an einer Uni explizit für Musical einen Studienplatz bekommen sollte, würde mein eigentlicher  Traum in Erfüllung gehen - auf einer Bühne stehen, Leute unterhalten, verzaubern und Applaus und Anerkennung zu erhalten.
Aber,
was, wenn ichs wirklich durchziehe? Ich werde in dem Job wahrscheinlich nie einen festen Wohnsitz haben, dennoch hauptsächlich in Deutschland unterwegs sein, weil ich kein Ausnahmetalent bin. Kaum genug Geld zum Leben haben und dann noch meine Bafög-Schulden zurückzahlen müssen. Irgendwann, wenn meine Eltern sterben sollten, wo soll ich dann meine ganzen "Wertsachen", wie Spielzeuge oder Sachen aus meiner Kindheit oder die Sachen meines Vaters verstauen? So viele Fragen und so wenig Antworten.
Aber obwohl ein Leben auf der Bühne mein Traum wäre, hab ich einen, der größer ist als Alles andere, was mir London mal wieder gezeigt hat: DAS AUSLAND! Wenn ich eins weiß, dann ist's das, dass ich hier weg will. Deutschland hat mir viel gegeben aber jetzt ist's auch genug und ich will hier weg, ich will raus, ich will neue Menschen, neue Lebenseinstellungen, neue Erfahrungen und die tollsten Leute lernt man meiner Meinung nach einfach beim Reisen kennen, beziehungsweise ging's mir bis jetzt immer so.
Aber wo soll ich hin? Wie soll ich da hin? Soll ich einfach IRGENDWAS studieren, damit ich 'n paar Auslandssemester bekomme und dann irgendwie mich dort einbürgern? Dann bin ich aber wieder an einen Ort gebunden! Und wie soll ich das alles ZAHLEN? Soll ich mir einfach jedes Jahr 'nen neuen Job in Deutschland suchen für 9 Monate, alles sparen und dann 3 Monate jedes Jahr reisen? Aber das is' mir auch nicht genug und dann bleibt wieder die Frage nach meinen Wertsachen... Soll ich auf 'ne Hotelfachschule? Aber da bin ich dann auch immer in Hotels und nie in der wahren Kultur eines Landes, oder? Hab' auch schon überlegt, ob ich einfach mein eigenes Unternehmen oder 'ne Firma oder 'ne Website gründe, aber hab voll all dem einfach zu wenig Ahnung und in Wirtschaft bin ich mega der Loser. Was mich auch davon abhält, 3 Sprachen oder so zu lernen, was mir prinzipiell glaube ich leicht fallen würde, aber ohne BWL gekoppelt zu 'nem Sprachstudium verdient man auch wieder nichts ergo kein Geld zum Reisen ergo ICH SITZ' WIEDER HIER FEST!
Der Gedankenstrang hatte bzw. hat einfach kein Ende und keine Antworten. Es gibt noch mehr in meinem Kopf, natürlich die endlose Frage und Hoffnung nach Liebe, ob und wann ich jemanden finde, der mich täglich fasziniert und verzaubert und der mir noch viel beibringt und es liebt, an meiner Seite zu sein. Doch was, wenn ich den gefunden hab, wir heiraten, Kinder kriegen => wieder kein Ausland? Was, wenn meine Kinder behindert sind und mein Mann mich verlässt, was, wenn ich keine Kinder kriegen kann, was, wenn ich die tollsten Kinder der Welt kriege und einfach eine scheiß Mutter werde?

- ZU VIELE GEDANKEN -

Wollte das einfach mal loswerden, vielleicht geht's ja irgendwem da draußen genauso und derjenige fühlt sich jetzt nichtmehr ganz so allein mit der Eskalation seiner Gedanken. Dass es mir mit 19 schon so geht, wer hätte das gedacht, haha. Aber ich denk', uns geht's allen irgendwo so. Ich muss nur aufhören, mir so 'nen Kopf drüber zu machen.

Einatmen.
Ausatmen.
Aufhören.
Loslassen.
Hoffen!

Donnerstag, 9. Januar 2014

Gelesen: The Darkest Minds - Alexandra Bracken

Lesedauer: 4  Tage
Seitenzahl: ca. 500
Durchschnittliche Bewertung: 8/10
Inhalt in einem Wort: anziehend
Musik: es werden so viele Liedertitel im Buch genannt, ich hab keine eigene während des Lesens gehört. Aber da ich viele der Lieder kannte, brauchte ich sie garnicht zu spielen um sie zu hören :)

Und ich glaube, es ist noch nicht auf Deutsch erhältlich, aber das Englisch war schon so 10-Klass-Niveau meiner Meinung nach.

Auf das Buch kam ich durch 'ne Videorezension von "Allthatglitters21" aka Elle Fowler, Youtuberin aus LA, die wahrscheinlich viele kennen. Hatte mir ja eigentlich vorgenommen "Ham On Rye" zu lesen, aber irgendwie hat meine Aufmerksamkeitsspanne dafür nicht ausgereicht, hab vllt. die erste Seite gelesen und wurde so leicht abgelenkt, dass ich dachte es ist mal wieder Zeit für 'n Teenie-Buch. 
The Darkest Minds spielt in den USA in der nahen Zukunft, in der 10-14-Jährige (sofern ich mich richtig erinnere) entweder von einem tödlichen Virus befallen werden, oder diesen mit einem dicken (mehr oder weniger) Bonus überleben - einer übernatürlichen Superkraft, wuhu! (Ich steh ja auf das Genre von übernatürlichen Fähigkeiten, X-Men und Push sind da ein paar meiner Lieblingsfilme). Davon gibts insgesamt 5 und jede von ihnen wird einer gewissen Farbe zugeordnet. Hier 'ne kurze Liste, damit ihr euch ungefähr vorstellen könnt, in welchem Rahmen sich die Glaubwürdigkeit der Story bewegt:
Rot - die Fähigkeit Sachen mit den Gedanken in Flammen aufgehen zu lassen
Gelb - die Macht über Elektrizität oder allgemein technische Geräte
Orange - die allseitsbeliebte Macht des Bewusstseins, unter Anderem "Mindcontrol", etc.
Blau - Telekinese (für alle unbewanderten auf dem Gebiet: die Fähigkeit, Sachen mit Gedankenkraft in Bewegung zu versetzen)
Grün - irgendwie äußerst ausgeprägtes logisches und mathematisches Denken, wird aber im Buch nicht wirklich erklärt

Protagonistin der ganzen Geschichte ist die anfangs 10, dann 16-jährige Ruby, die ihre (wie sich im ersten viertel des Buches rausstellt) orangenen Mächte nicht wirklich unter Kontrolle hat, aber zu ihrem Glück fälschlicherweise als grün einsortiert wird und somit in einem von zahlreichen Camps, in welche alle überleben Kinder zwangsverfrachtet wurden, relativ verschont bleibt, bis ihre eigentlichen Kräfte dann doch irgendwie erkannt werden und sie's schafft zu entkommen.
So beginnt dann ihre Reise oder eher Flucht vor dem Regime, das Kinder mit Superkräften einkerkert und teilweise auch ausrottet.

Wie bei meiner ersten Review möchte ich nicht zu sehr auf den Inhalt eingehen, weil ich streng gegen's spoilern bin und euch so mehr eurer Fantasie überlassen kann.
Das letzte Buch aus nem ähnlichen Genre (da scher' ich jetzt mal alle Teenie-Fantasy Bücher über einen Kamm), das ich gelesen hab' muss tatsächlich der dritte Band der Tribute von Panem gewesen sein, das ist jetzt mittlerweile schon 4 Jahre her! - (Keine Ahnung, was ich in der zwischenzeit gelesen habe... doch 'ne kleine hab ich schon aber wow! Mir fällt sonst echt kein ähnliches Buch ein) und dafür hat mir das Buch echt gut gefallen! 

Anfangs wurde alles sehr ausführlich erklärt, aber nicht zu spannend, ich hab das Buch wirklich kaum weggelegt! aber das wahre "Abenteuer" beginnt eher so in der Mitte der Geschichte und die brenzlichen Situationen kann man auch an einer Hand abzählen, aber sonst wärs vielleicht auch ein bisschen abwechslungsarm gewesen. Ich fand die Sprache auch relativ einfach zu verstehen, am Anfang musste ich mich erst wieder bisschen ins Englische reinlesen, aber das hat nach kurzer Zeit echt gut geklappt! 
Hab mich dann natürlich auch sofort in das Gegenstück der Protagonistin verknallt, so wie ich's immer tu :D den Charakter haben sie find ich sehr schön gestaltet, wogegen mir Ruby manchmal etwas zu masochistisch und naiv rüberkommt, außerdem unterschätzt sie sich oft selbst, was mich etwas genervt hat, weil's einen dann auch irgendwie an seinen eigenen Fähigkeiten zweifeln lässt... Ich interpretiere nämlich in Teenie-Romane mehr rein, als man als 19-Jährige mit ner eigenen Wohnung vielleicht sollte :D aber man träumt doch gern :)

Alles in allem fand ich persönlich das Buch echt lesenswert! Mir hat's denk ich so gut gefallen, weil's nicht soo Realitätsfern war, was die Situation der Regierung und so weiter angeht, oft sind auch Problematiken mit Arbeitsplätzen und Landesgrenzen gefallen, was alles realistischer und aktueller erschienen ließ, so realistisch Superkräfte auch sein können :D

Also wenn ihr ein paar Zwickel und Zeit und Interesse für noch'n Fantasy-Buch habt, hier is der Link zu meiner Taschenbuchfassung von "The Darkest Minds":

http://www.amazon.de/The-Darkest-Minds-Novel/dp/1423159322/ref=sr_1_fkmr1_2?ie=UTF8&qid=1389303609&sr=8-2-fkmr1&keywords=darkest+minds+paperback

Hab das Gefühl, die Review war nicht wirklich hilfreich aber vielleicht ja ganz interessant zu lesen :-) Und hab mir übrigens vor Beenden des Buches schon den zweiten Teil bestellt, der ist bis jetzt nur als Hardback verfügbar und der dritte Teil müsste Ende des Jahres erscheinen, ist also auch wieder eine Trilogie.

Grüße und Gute Nacht,

Susie

Samstag, 30. November 2013

Gelesen: Der Mann mit der Ledertasche (Charles Bukowski)

Lesedauer: ungefähr ein Monat
Durchschnittliche Bewertung: 6/10
Inhalt in einem Wort: schwerfällig
Musik: hab' nicht aktiv Musik während des Lesens gehört, aber müsste ich ein passendes Lied finden, wär's "Why'd you only call me when you're high?" von den Arctic Monkeys. Das Lied an sich geht zwar mehr auf zwischenmenschliche Beziehungen ein, als das Buch, aber ich denk' es spiegelt die Gesamtatmosphäre ganz gut wieder.

Wie kam ich dazu das Buch zu lesen? Naja, dank tumblr wurd' ich schon öfter auf den guten Charles aufmerksam und war immer der Ansicht, dass er echt ein paar schöne Zitate rausgehauen hat und wollte dann mal wissen, was hinter diesem zynischen und nicht unwahrscheinlich dauer-alkoholisierten Menschen noch so steckt. Werde nicht wirklich auf den Inhalt eingehen, der kann meinetwegen gern gegooglet werden oder am besten selbst gelesen werden.
Was ich für mich persönlich interessant war, war die Tatsache, dass obwohl mich der Inhalt und Handlungsstrang des Buchs nicht wirklich gefesselt hat und ich mich auch nicht gerade mit der Situation und allem identifizieren konnte, ich es trotzdem zu Ende lesen wollte und immer wieder danach gegriffen habe. Ich denk' es war einfach der Schreibstil, der's ermöglicht hat, den Protagonisten so gut kennenzulernen. Henry Chinaskis Gedanken gingen meiner Meinung nach irgendwie nicht sehr tief aber sie waren so ehrlich und zynisch, voll auf den Punkt und unterhaltsam!
Ich kann nichtmal genau sagen, warum, aber ich mag das Buch. Mir persönlich hat's einfach einen Alltag geschildert, den ich glücklicherweise nicht haben muss und hoffentlich auch nicht haben werde. Habe daraus gelernt, das Leben nicht so ernst zu nehmen. Henry lebt von Tag zu Tag, auch wenn's immerwieder die selbe Scheiße is', versüßt sich seinen Alltag ab und an mit ein paar geilen Ärschen und Tagen auf der Pferderennbahn aber kümmern tun ihn sein fehlender Reichtum nicht wirklich.
Alkoholismus und straighte Schilderung eines Lebens, in das ich mich gerne mal reinversetzt habe. Fange als nächstes "Ham On Rye" von ihm an, mal schaun wie das wird.

Lieblingszitat: "Ich wollte entweder die ganze Welt oder garnichts."